Der Abbruch
So ich bin wieder in Deutschland.
Gestern um 12.10 deutscher Zeit bin ich wieder in Frankfurt gelandet und über glücklich.
Mein 5 jähriger hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Was soll man auch von einem hyperaktiven Jungen erwarten, der nicht behandelt wird.
Lügen wie das ich ihn geschubst habe und er hin fiel sind nur kleine Geschichten aus 2 Wochen Horror. Tägliche Ausraster bei denen er mich gehauen hat, mir ins Gesicht gespuckt hat, an meinen Klamotten gezerrt hat, geschrien hat wie ein Irrer und mir ins Gesicht gerülpst hat brachten mich zu täglichen Nervenzusammenbrüchen.
Hilfe von den Eltern bekam ich keine. Das einzige was sie mir sagten, ich solle Stark bleiben und ihm seine Grenzen zeigen. Habe ich ja versucht. Kam aber meistens darauf hinaus das die Ausraster schlimmer wurden.
Einen Tag auf dem Weg zur Schule hat er mit seiner Schwester gespielt und fiel hin und schürfte sich das Knie ein wenig auf. Am gleichen Tag durft ich mir dann anhören ich solle meinen Job besser machen und besser auf die Kinder aufpassen. Ich weiß nicht was daran so schlimm ist wenn ich daran denke wieviele aufgeschürfte Knie mein Bruder und ich hatten. Naja meine Gastmutter hatte an diesem Abend kein Wort mehr mit mir geredet. Als sie Abends mit den Kindern raus ging, legte der kleine sich dann noch 2 weitere Male hin. Das war dann OK.
Natürlich habe ich dann auch mit meiner Betreuerin vor Ort gesprochen und ihr gesagt, dass es so nicht weiter geht. Mir wurde nicht gesagt, dass ich auf ein hyparaktives Kind aufpassen muss. Sie meinte nur, ich solle Stark bleiben und ich könnte eh noch nicht wechseln, da ich 60 Tage in der Familie bleiben muss. Ach ja und das ich meinen Job richtig machen soll. Ich habe meinen Job richtig gemacht. Mit meiner grossen hatte ich ein gutes Verhältnis schon fast freundschaftlich, was man nach so wenigen Tagen sagen kann. Nur der kleine machte mich fertig.
Samstag sagte ich dann meiner Gastmutter das ich nicht mehr kann und ich nachhause möchte. Von dem Tag an hat sie kein Wort mehr mit mir geredet und ich habe auch nix mehr zu essen bekommen.
Meine Betreuerin sagte mir ich müsse warten bis die Familie ein neues Aupair gefunden hat, was 1-2 Wochen dauern kann. Super dachte ich mir. Wer bezahlt den Psychater den ich danach brauche?
Gott sei dank hat meine Mama dann in Dresden angerufen und die sagten dann ich kann heim wann ich will. Naja so richtig geglaubt wurde uns natürlich nicht. Und mit dem Wechsel, wäre unter den Umständen evt. doch gegangen was mir mein AC dann sagte. Der Area Counselor steht über meiner Betreuerin vor Ort. Tja super Betreuerin die ich da hatte oder? Montag wurde dann mein Flug gebucht für Dienstag Abend 18.30 Chicago Zeit.
Als meine Gastmutter Abends heim kam, sagte sie den Kindern sie sollen sich verabschieden und fuhr weg. Tja mein Gastvater legte mir dann nah, ich solle bitte fertig packen und würde die Nacht dann bei Lisa verbringen. Meiner Betreuerin. Lisa sollte mich um 19.30 Uhr abholen. Es waren gerade mal 17 Uhr wie ich das erfahren habe. Super Sache was mache ich solang? Naja ich legte mich aufs Bett und las Zeitung. Um 18.30 kam mein Gastvater dann rein und fragte mich ob ich denn nicht was essen mag. Dann ging das wenn seine Frau nicht da war. Um 19.30 kam dann Lisa. Als meine Gastmutter sah das ich die Koffer runter bringe, drehte sie sich um und fuhr wieder weg. Mein Gastvater half mir noch die Koffer ins Auto zu schleppen und verabschiedete sich noch.
Als ich dann im Auto saß, meinte Lisa dann ob ich nicht noch 2 Wochen bei Ihr bleiben mag und dann würde sie mir ne neue Familie suchen. Ich dachte die will mich verarschen. Erst bekomme ich so Sachen an den Kopf geknallt, wie mach deinen Job richtig und wechseln geht eh nicht und dann sowas. Tja da hat sie wohl einen auf den Deckel von oben bekommen für die falschen Aussagen die sie gemacht hat. Aber das einzige was ich wollte, war heim.
Am nächsten Tag fuhr ich dann mit dem Taxi zum Flughafen und war einfach nur froh wie ich im Flugzeug gesessen habe und heim flog.
Ach ja habe ich erwähnt das ich so fertig war, dass ich am Donnerstag 2 Stunden auf dem rechten Ohr taub war?
Ich freue mich für jedes Aupair was bessere Erfahrungen macht, aber leider habe ich auch einige kennengelernt, die wie ich mit falschen Infos gefüttert wurden und sogar schon nach 1 Woche wieder heim sind. Es ist echt sehr verwunderlich das wir uns an strikte Regeln halten müssen und die Familien machen können was sie wollen. Eine Regel zum Beispiel das die Aupairs ihre Zimmer sauber und ordentlich halten müssen.
Das Haus meiner Gastfamilie wurde nur alle 2 Wochen von einer Putzfrau sauber gemacht. Dementsprechend sah es auch dort aus. Einfach nur dreckig und unordentlich.
Naja ich will das alles einfach nur vergessen und nach vorne schauen.















Am 5. März 2011 um 16:49 Uhr
Chicago reizt mich sehr – aber ich glaube unter solchen Bedingungen hätte ich das auch nicht länger ausgehalten. Schade, dass du keine Familie mit besser erzogenen Kindern erwischt hast.