Grenzkontrollen in Japan

In Japan steigt die Angst vor Terrorangriffen und damit das Mißtrauen gegenüber Ausländern. Wer also nach Japan auswandern möchte, sollte sich das gut überlegen.

Seit Mitte November müssen Ausländer am Flughafen nicht mehr nur ihren Ausweis vorzeigen, sondern auch Fingerabdrücke abgeben, Fotos machen lassen und sich einem kleinen Verhör aussetzen. Diese Regelung gilt sogar für Ausländer, die ihren Wohnsitz in Japan haben. Eine Ausnahme dieser Regelung sind nur Kinder unter 16 Jahren, Diplomaten und Familien von im Zweiten Weltkrieg nach Japan verschleppten Koreanern. Diese Daten sollen 70 Jahre gespeichert werden.

JapanIm Gegensatz dazu müssen Japaner nicht mal einen Personalausweis besitzen. Im Jahre 2006 wurden die Ausweise, die nur über Fotos und nicht über Fingerabdrücke verfügen sollten, vom japanischen Verfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt, nachdem die Regierung Personalausweise einführen wollte und die Bevölkerung dagegen protestierte.

Makoto Teranaka von Amnesty International Japan sprach bei einer Protestveranstaltung sogar von Rassismus, da die Regierung die Terroranschläge des 11. September dazu nutze Menschenrechte zu verletzen und Ausländer als Zielscheiben zu benutzen. Auch der Autor eines Buches über Rassismus in Japan, Arudou Debito, ist der Meinung, daß die neuen Kontrollen ein Mittel seien, um Ausländer zu Verbrechern zu erklären. Ein weiterer Punkt sind Hinweisschilder an vielen öffentlichen Einrichtungen, die Ausländern den Zutritt verwehren: “Japanese only”.

Ob diese Maßnahmen sinnvoll sind, darf bezweifelt werden. Denn bei den Terroranschlägen, wie beispielsweise der Angriff mit Nervengas in der U-Bahn von Tokio 1995, die bis jetzt in Japan verübt worden sind, waren keine Ausländer, sondern Japaner beteiligt. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Image von Japan verschlechtert, denn in diesem Falle wird das Fremdenverkehrsamt nach eigenen Angaben die Aussetzung dieser Maßnahmen fordern.

Quelle: Spiegel.de

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